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Nov 30, 2018
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Leibnizschule Hannover

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Die Leibnizschule ist ein Gymnasium in Hannover im Stadtteil List. Es hat die Schwerpunkte Sprachen, Mathematik/Naturwissenschaften, Gesellschaftswissenschaften, sowie seit ein paar Jahren Kunst/Musik. Als „offene Ganztagsschule“ unterhält sie eine eigene Mensa und hat sich der Thematik der Ökologie verpflichtet. Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten] Das frühere Schulgebäude (Bildmitte) um 1900 unmittelbar neben dem Königlichen Zellengefängnis Skulptur…

Die Leibnizschule ist ein Gymnasium in Hannover im Stadtteil Listing. Es hat die Schwerpunkte Sprachen, Mathematik/Naturwissenschaften, Gesellschaftswissenschaften, sowie seit ein paar Jahren Kunst/Musik. Als „offene Ganztagsschule“ unterhält sie eine eigene Mensa und hat sich der Thematik der Ökologie verpflichtet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das frühere Schulgebäude (Bildmitte) um 1900 unmittelbar neben dem Königlichen Zellengefängnis

Skulptur „Schauspiel und Musik“ (1954) von Hermann Scheuernstuhl an der Aula

Die Einrichtung wurde 1874 als „Realschule 1. Ordnung“ gegründet. 1876 begann mit einem eigenen Schulbau auf dem noch relativ unbebauten Steintorfeld an der (Alten) Celler Heerstraße (der heutigen Lister Meile), jedoch direkt neben dem Königlichen Zellengefängnis. Erst beim Unterrichtsbeginn im neuen Gebäude 1878 erhielt die Schule ihren heutigen Namen und entwickelte sich in der Folge zum „Reformgymnasium“, das im gymnasialen Zug die Sprachenfolge Französisch, Lateinisch und Griechisch lehrte, im „Realgymnasialen Zug“ Englisch anstelle von Griechisch. Seit 1906 konnten „externe Mädchen“ ebenfalls das Abitur ablegen, es wurde jedoch noch nicht koedukativ unterrichtet.

Zum 50sten Gründungsjubiläum übergaben ehemalige Schüler und Freunde der Schule ein eigenes Landheim auf dem Burgberg in Gehrden (das die Schule als baufällig 1964 wieder verkaufte).

Kurze Zeit nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten tat sich die Leibnizschule besonders hervor: Fritz Heiligenstaedt, Direktor der Schule, stellvertretender Leiter der Städtischen Abendschule sowie Leiter der „Beratungsstelle für das volkstümliche Büchereiwesen in der Provinz Hannover“, meldete 1933 zum Zwecke der Bücherverbrennung in Hannover die „Reinigung“ seiner Büchereien.[1] Schon zuvor battle die Schule zur Sammelstelle für die an der Bismarcksäule zu verbrennenden Bücher auserkoren worden.[2]

Im Dritten Reich wurde die Schule zur reinen Oberschule für Jungen, die ab 1937 schon nach 12 Jahren Schulzeit das Abitur ablegen konnten. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Schüler der Oberstufe als Flakhelfer dienstverpflichtet. Durch die Luftangriffe auf Hannover wurde das Schulgebäude eight./9. Oktober 1943 weitgehend zerstört. Allerdings konnte man noch 1947 anlässlich der ersten Export Messe 1947 hier Lebensmittelkarten umtauschen.[3] Ersatzweise wurde bis März 1945 im Gebäude der ehemaligen Elisabeth-Granier-Schule am Bonifatiusplatz unterrichtet. Doch auch dieses Gebäude erlitt Kriegsschäden und wurde zeitweilig für andere Zwecke beschlagnahmt.[4] Nach dem Einmarsch der Alliierten wurde die Schule im Herbst 1945 mit der damaligen Herschelschule zur Vereinigten Leibniz- und Herschelschule vereinigt. Der Unterricht wurde im Gebäude der Sophienschule im Zooviertel wieder aufgenommen, um 1949 wieder in die Elisabeth-Granier-Schule verlegt zu werden. Im Herbst 1947 wurde der Title der Schule wieder zu Leibnizschule.[5] 1951 konnten erstmals Aufenthalte im von der Herschelschule eingebrachten schuleigenen Schullandheim Nienstedt in Nienstedt am Deister angeboten werden. 1954 hatten die Architekten Karl Otto und Wilfried Ziegemeier den Neubau in der Röntgenstraße fertiggestellt.[6] Im selben Jahr eröffnete das Landestheater in der dortigen Aula eine Studio-Bühne.[6] Den Raum hatte Hermann Scheuernstuhl mit einer Skulptur ausgestattet.[7]

Über die 1960er und frühen 1970er Jahre an der noch immer als reine Knabenlehranstalt geführt Leibnizschule schrieb der ehemalige Schüler Wolfram Hänel unter dem Pseudonym Kurt Appaz seinen autobiographischen Roman Klassentreffen​. Bekenntnisse eines ehemaligen Oberschülers.[8]

1978 wurden die Jahrgänge 5 und 6 in die schulformunabhängige Orientierungsstufe (bis 2003) abgetrennt. Seit 1980 wird erstmals in der Schulgeschichte koedukativ unterrichtet.

Im Jahr 2010 wurde mit dem Neubau der Leibnizschule begonnen. Die Firma Kögel-Bau aus Contaminated Oeynhausen errichtete hierzu zwei neue Schultrakte und eine neue Sporthalle. Der gesamte Neubau entspricht der Passivhausrichtlinie und wurde 2011 fertiggestellt. Nach dem Abschluss des letzten Bauabschnittes im Sommer 2012 wurden alle Bereiche wieder am Stammsitz in der Röntgenstraße vereinigt und die Außenstelle in Bothfeld aufgelöst.

Die Leibnizschule ist das beliebteste Gymnasium Hannovers. Im Rahmen der Anmeldungen zu den weiterführenden Schulen für das Schuljahr 2013/2014 Anfang Juni 2013 hat die Leibnizschule ein weiteres Mal mit Abstand die meisten Anmeldungen aller hannoverschen Gymnasien erhalten. Auf jeden der zu vergebenden Plätze entfielen mehr als zwei Anmeldungen.[9]

In der Projektwoche Ende Juni 2013 wurde unter Mitwirkung aller Schüler und Lehrer ein Imagefilm in Originate eines Lipdubs produziert.[10] Der Film wurde im Rahmen des Wettbewerbs Kulturkometen 2012/Thirteen mit dem 1. Preis ausgezeichnet.[11]

Kooperationspartner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben Einrichtungen wie Schülervertretung und Elternbeirat hat das Gymnasium laut eigener Darstellung[12] folgende Kooperationspartner für ihre Schüler gewinnen können:

  • Hannover 96
  • Schulsportwelten in Kooperation mit dem Filmteam der Leibnizschule

Im Bereich des Journalismus können Schüler mit den folgenden Medien Erfahrungen sammeln:

  • RTL Nord
  • Radio Leinehertz 106.5

Eine vertiefende Förderung erfolgt außerdem über

  • das techlab der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Universität Hannover

und, für auffallend begabte Schüler, mittels des

  • Vereins forschergeist

Das Gymnasium richtet sich auch zunehmend zum künstlerischen Bereich aus. So gibt es einen Schulchor, eine Instrumental-AG und eine Kooperation mit der Musikschule der Landeshauptstadt Hannover.

Weitere Förderer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eingang der Schule

Die Zahl 1 im Dualsystem, dargestellt von Schülern der Leibnizschule als „lebendige“ Flipflops

Neben dem 1994 gegründeten gemeinnützigen Leibnizforum, dem Förderverein der Leibnizschule, unterstützt auch der schon 1909 gegründete Verband der Ehemaligen (Leibnizschüler) die Schule sowohl ideell als auch finanziell.[13]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lehrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Heiligenstaedt[1]
  • Burkhard Inhülsen[14]
  • Ernst Ramdohr
  • Rolf Wernstedt[15]

Schüler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(nach Geburtsjahrgängen)

  • Hans Ehelolf (1881–1939), Altertumsforscher und Hethitologe
  • Adolf Falke (1888–1958), Architekt, Zeichner, Dressmaker, Bühnenbildner und Kommunalpolitiker[16]
  • Harald Berkowitz (1896–1952), jüdischer Arzt, emigrierte 1939 nach England und machte sich nach 1945 in Indien verdient[17]
  • Werner Kraft (1896–1991), Bibliothekar, Essayist, Schriftsteller, emigrierte 1933/34 aus Hannover nach Jerusalem[18]
  • Horst Egon Berkowitz (1898–1983), der Rechtsanwalt und Holocaust-Überlebende setzte sich nach dem Zweiten Weltkrieg für den Wiederaufbau des Justizwesens ein.[19]
  • Adolf Halfeld (1898–1955), Journalist, Autor politischer Bücher und Chefredakteur der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung
  • Johannes Lilje (1899–1977), Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche von Hannover
  • Hansjürgen Weidlich (1905–1985), Schriftsteller
  • Hellmuth Hahn (1927–2015), Heimatforscher, Historiker, Arzt und Kommunalpolitiker
  • Herbert Welling (* 1929), Physiker, Professor an der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover
  • Klaus Liesen (1931–2017), promovierter Volljurist, u. a. Aufsichtsrat der Volkswagen AG
  • Hermann Lingnau (* 1936), deutscher Meister im Kugelstoßen, Vorstandsmitglied der Kreditanstalt für Wiederaufbau
  • Helmut Neddermeyer (* 1938), Lehrer, Mitglied des Niedersächsischen Landtags
  • Joachim Luther (* 1941), Physiker, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme
  • Fritz Willig[20] (* 1941), Jurist, Rechtsanwalt, Notar und Schriftsteller[21]
  • Volker Böhm (* 1942), Professor für Volkswirtschaftstheorie an der Universität Bielefeld
  • Günter Binge (* 1946), Professor für Gesang an der Musikhochschule Lübeck
  • Walter Selke (* 1947), Physiker, Professor an der RWTH Aachen
  • Michael Fürst (* 1947), Rechtsanwalt, Vorsitzender des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen
  • Jürgen Mlynek (* 1951), Physiker, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren
  • Fedor Manuel Mitschke (* 1952), Physiker, Professor an der Universität Rostock
  • Wolfram Hänel (* 1956)[22]
  • Ali Samadi Ahadi (* 1972) Filmemacher (u. a. “The Inexperienced Wave”, “Salami Aleikum”)
  • Bettina Wulff, geb. Körner (* 1973), zweite Ehefrau des ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff
  • Bettina Zimmermann (* 1975), Schauspielerin

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ulrich Junghans, Karl-Wilhelm Steinwede, Martin Stupperich, Gerd Tiedje (Red.): Leibnizschule Hannover 1874–1999. A hundred and twenty 5 Jahre Gymnasium. Festschrift zum Jubiläum (Innentitel: A hundred and twenty 5 Jahre Leibnizschule Hannover. Ein Gymnasium im Zeichen der Reformen von 1874 bis 1999), herausgegeben von der Leibnizschule mit Unterstützung des Leibnizforums e.V. und des Verbandes ehemaliger Leibnizer VEL anläßlich ihres A hundred and twenty 5-Jubiläums, Hannover 1999
  • Hans Kammel: Leibnizschule, in: Stadtlexikon Hannover, S. 394

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  •  Commons: Leibnizschule (Hannover) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Homepage der Schule
  • techlab der Universität Hannover
  • Forschergeist e.V.
  • Imagefilm Lipdub Leibnizschule Hannover

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ab Rainer Hoffschildt: Die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933, in: Olivia. Die bisher geheime Geschichte des Tabus Homosexualität und der Verfolgung der Homosexuellen in Hannover. Verein zur Erforschung der Geschichte der Homosexuellen in Niedersachsen, Hannover 1992, Selbstverlag, ISBN 3-9802909-zero-5, S. 87ff.
  2. siehe Flugblatt, abgebildet bei Rainer Hoffschildt: Olivia … (siehe Literatur)
  3. Quelle: Umschlagrücken Patent-Stadtplan Wegweiser durch Hannover / Manual thru Hanover, Falk-Landkarten-Verlag, Emil Falke, Hamburg 1947
  4. Hans Kammel: Elisabeth-Granier-Schule, in: Stadtlexikon Hannover, S. 158

  5. Georg Kirchhoff: Die Herschelsschule – es gab sie schon einmal! Archiviert vom Customary am 25. April 2016; abgerufen am 4. September 2017.
  6. ab Leibnizschule in der Hannover Chronik
  7. Hugo Thielen: Scheuernstuhl, Hermann, in: Stadtlexikon Hannover S. 540
  8. Wolfram Hänel: Biographie Wolfram Hänel und Ulrike Gerold auf der Seite haenel-buecher.weebly.com, zuletzt abgerufen am 6. September 2016
  9. Leibnizschule Hannover: Informationen und Termine, 22. Jahrgang Nr. 2, August 2013
  10. 900 Schüler der Leibnizschule Hannover werden zu Videostars Hannoversche Allgemeine vom 28. Juni 2013
  11. KulturKometen: 1. Preis – Leibniz Libdub. Abgerufen am 3. November 2018.
  12. Leibnizschule: Starke Partner. Abgerufen am 4. September 2017.
  13. Leibnizschule: Vereine. Abgerufen am 5. März 2011.
  14. Kurt Veith (Verantw.): Leibniz Lipdub / Ein preisgekröntes Projekt der Leibnizschule im Schuljahr 2012/Thirteen (o. D.) auf der Seite leibnizschule-hannover.de, zuletzt abgerufen am 6. September 2016
  15. Festschrift one hundred Jahre Leibnizschule Hannover S. 185
  16. Friedrich Lindau: Adolf Falke, in: Planen und Bauen der 50er Jahre in Hannover, S. 22, 37, ninety eight u.ö.
  17. Peter Schulze: Berkowitz, (1) Harald, in: Hannoversches Biographisches Lexikon, S. Fifty two
  18. Leibnizschule: Abitur 1914
  19. Peter Schulze: BERKOWITZ, (2) Horst Egon, in: Hannoversches Biographisches Lexikon, S. 52f.; on-line über Google-Bücher
  20. Michael Zgoll: „Ich habe noch so viele Fälle, die auf mich warten“, Hannoversche Allgemeine, 9. Januar 2016
  21. o.V.: Willig, Fritz in der Datenbank Niedersächsische Personen (Neueingabe erforderlich) der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek in der Model vom Thirteen. Mai 2008, zuletzt abgerufen am 6. Dezember 2017
  22. Wolfram Hänel: Biographie Wolfram Hänel und Ulrike Gerold auf der Seite haenel-buecher.weebly.com, zuletzt abgerufen am 31. August 2016

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